Bernd Strauch | Ergänztes und neu sortiertes Dialektwörterbuch
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Konjugationstabellen

Im Deutschen stimmt die Präsensform <will> des Modalverbs "wollen" in der 1. mit der 3. Person Singular überein.

Das gemeingermanische Verb "wollen" besaß im Alt- und Mittelhochdeutschen die Nebenformen "wellen" und "wöllen" des Infinitivs. Davon ableiten lässt sich der kurzvokalische Infinitiv <wen> des Oberhess. mit halboffenem e-Laut und ausgefallenem Seitenlaut. Bei der Form <wellt> war eine Entrundung des Um­lautes von "wöllt" möglich.

Dem Präteritum aufgrund seiner Wort­bildung zuzuordnen ist der Konjunktiv <wellt> des Modalverbs, obwohl er die fehlende Präsensform "wolle" vertreten muss. Für <sellt> bei "sollen" gilt dies ebenso, zumal im Oberhessischen kein Konjunktiv Präsens existiert.

In der 2. Person Plural des Konjunktivs heißt die verbundene Form <wellter>. Die Übereinstimmung des Konjunktivs, der zum oberhess. Präteritum gehört, mit der 2. Person Plural des Indikativs im Präsens erscheint belanglos, da der Konjunktiv Präsens der Schriftsprache aufgrund seiner Einschränkungen beim Konjugieren ohnehin unvollständig ist.

Der oberhess. Infinititv <wïesse> ent­wickelte bei der Senkung des i-Lautes einen zentrierenden Kurzdiphthong; die hochdeutsche konsonantische Lautver­schiebung veränderte lange vorher das gemeingermanische Verb zu "wissen".

Wie bei den Modalverben stimmt auch beim Verb "wissen" die Präsensform im Singular in der 1. Person mit der in der 3. Person überein: <wès> (weiß). Hier wurde der mittelhochdeutsche Doppel­laut <ei> monophthongiert. Im Norden Oberhessens entstand dabei ein langer e-Laut, im Süden ein langer a-Laut; auf Seite 8.92 steht die Erläuterung dazu. <wès> oder <wàs> unterscheidet sich akustisch vom Adjektiv <weis> (weiß), bei dem der neuhochdeutsche Doppel­laut <ei> aus dem mhd. langen i-Laut durch Diphthongierung hervorging.


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